Kolumbus-Schiff 1492 

Die Kolumbusschiffe von 1492  sind ein Rätsel der Schiffsgeschichte, keiner weiß genau wie sie ausgesehen haben. Bis her bekannte Quellen sind sehr widersprüchlich. Die Pinta und die Nina waren wohl Karavellen, die Santa Maria wird wohl eine Karacke gewesen sein. Das Buch von  Heinrich Winter ,,Kolumbusschiffe von 1492" beschreibt die Santa Maria und versucht eine genaue Rekonstruktion. Das Buch ist im Hinstorff-Verlag Rostock erschienen und arbeitet die alten Pläne aus den Robert Loef Verlag Burg bei Magdeburg auf. Ich habe dieses Buch 1981 in die Finger bekommen und war von der Santa Maria richtig angetan. Mein Vater hat mir die Grundbegriffe im Modellbau beigebracht  und so konnte ich ihn als moralische Unterstützung zum Bau dieses Modell gewinnen. Da es mein Erstes richtig großes werden sollte. 

Den Spantenplan auf Holz zu übertragen war für mich nicht das Problem, aber wie bekomme ich einen Echtholzrumpf umgesetzt. Deshalb musste ich wieder auf Vaters Trickkiste zurückgreifen. Hartholz, in meinem speziellen Fall Rotbuche, war der Schlüssel für mein Problem. Durch einweichen in Wasser und erhitzen im Backofen wurde das Holz weich und biegsam so das man die Möglichkeit hat die Planken über die Spanten zu biegen, ohne das es bricht. Diese Bauweise hat den Vorteil das die  Leisten schön Bündig aneinander lagen, ohne große Fugen zu hinterlassen. Nach dem trocknen und verkleben konnte man den Rumpf sauber schleifen. Um die Echtholzmaserung zu erhalten habe ich den Bootskörper nur mit Bootslack versiegelt. Heute nach dreißig Jahren ist der Rumpf schön nachgedunkelt und sieht immer noch schön und sauber aus. Die Decks wurden aus Sperrholz hergestellt und die einzelnen Planken mit einer Ziehfeder und Tusche aufgezeichnet, alle anderen Holz arbeiten wie Luken und Innenverkleidung der Schanz wurden mit normalen Kiefernleisten gebaut.

Die Verzierungen außen am Rumpf wurden mit einem Schnitzmesser in Holzgearbeitet und mit Farbe nach Beschreibung aus der Bauanleitung farblich angeglichen, Der Spiegel und die Frontseite des Vorderkastell wurde mit der Ziehfeder und Farbe bemalt. 

Die Maste und der Bugspriet wurden solange gehobelt und geschliffen bis ich die gewünschte Form und Länge hatte. An den Masten wurden noch die Einzelnen Taklinge gesetzt und beim Großmast das  Krähennest angebaut, dann konnten die Maste in ihre Schuhe. Wie beim Original werden Maste und Rahe nur durch die Takellage gehalten. Die Segel habe ich aus Markisenstoff auf einer alten Nähmaschine genäht und die einzelnen Segelbahnen als Ziernähte angedeutet. Das Liek und die einzelnen Reffbänsel waren wieder reine Handarbeit. Der Nähunterricht den mir meine Mutter gab, hat mir später so manche Schachtel Zigaretten eingebracht. 

Die Einzelnen Blöcke wurden aus Dübel-Stangen gehobelt und geschliffen bis ich die entsprechende Größe hatte und nach dem anbringen der Bohrungen in Scheiben von der Dübel-Stange gesägt. 

Alles in allem habe ich gut drei Jahre mit dem Modellbau zutun gehabt, sicher hatte ich die Unterstützung meiner Eltern aber alles in allem ist die Santa Maria mein erstes großes Modell. Ich habe Modelle verschenkt als danke schön oder aus Platzgründen aber die Maria bleibt wo sie ist auf meinen Stubenschrank. 

Die Fotos die ich in der Bildergalerie einstelle sind von der Generalüberholung vom Januar 2013, die dreißig Jahre auf dem Stubenschrank sind nicht ganz spurlos an der Santa Maria vorbeigegangen. Bei jedem sauber machen geht was kaputt und der Staub zieht in jeder Ecke wo kein rankommen ist. Darum habe ich mich entschlossen das gesamte laufende Gut abzutakeln und die Blöcke und Belegnägel zu erneuern. Da die Flaggen auch nicht mehr schön waren, wurden neue angefertigt. Da viele Blöcke beschädigt waren oder einfach nicht zu finden, habe ich es mir etwas leichter gemacht und im Internet neue bestellt. Nach vierzehn Tagen strippen ziehen erstrahlte das Modell in neuem Glanz. Ich bin am Überlegen ob eine Vitrine nicht Sinnvoll ist.