Schiffsmodellsport in Haldensleben

"Ein fast vergessenes Kapitel"

WerftmodellSchiffsmodell

Werftmodell eines Schleppers 

Wie Vater zum Modellbau kam kann ich nicht sagen, durch Erzählungen weiß ich das Vater auf der Elbewerft Edgar Andre gelernt und bis ca. 1965 dort gearbeitet hat. In der Zeit entstanden drei Modell, von einem Schlepper einem Fahrgastschiff und einem Binnenfrachtschiff. Die Pläne hat Vater nach Werftunterlagen erarbeitet. Der Schlepper ist das einzige Modell welches erhalten geblieben ist. Beim Umzug 1972 wurden das Fahrgastschiff und das Binnenfrachtschiff  aufgrund ihres schlechten Zustands von Vater verschrottet. Leider gibt es von diesen Modellen keine Fotos und auch mein Bruder hat kaum Erinnerungen an die Schiffe. Er weiß nur das das Frachtschiff komplett aus Messing getrieben und verlötet war.

Schlepper

Nachtrag: Nach aussage von Herrn Giesler von der Homepage: www.ddr-binnenschifffahrt.de bekam der Schlepper bei seiner Indienststellung als MB 6036 den Namen TRIJGI und kam 1992 bei der Staatsauflösung der Sowjetunion nach Estland. Russland kaufte den Schlepper 1998 zurück und heute heißt er GERMES und wurde unter der Reg.NR.560275 ins russische Schiffsregister eingetragen, Heute liegt er in Kaliningrad wo er seit dem 22.04.2005 abgestellt ist und als Wohnschiff genutzt wird. Das Foto zeigt seinen derzeitigen Zustand.

 

GST Wettkampf Franz Sachs Schiffmodellbau

Schiffsmodell

 Schlachtschiff Tirpitz im Maßstab 1:200

das Schlachtschiff Tirpitz war das erste Wettkampfmodell meines Vaters. Auch wenn es nicht gerne von offizieller Seite gesehen worden ist, war er damit recht erfolgreich. Das Modell war im Maßstab 1:200 gebaut und fuhr ohne Flagge und Hoheitsabzeichen. Ende der fünfziger Jahre ist es nach einigen Querelen von einem Modell eines KS-Bootes der Volksmarine als Wettkampfmodell ersetzt wurden. Auf Grund seiner Größe verkaufte Vater  1972  die Tirpitz an das Armeemuseum Dresden zur weiteren Nutzung. Den Bauplan vom Robert Loef Verlag Burg tauschte er später mit einem sowjetischen Sportsfreund, so das heute noch alte russische Baupläne unter anderem vom Modell des Schlachtschiffes  Moskwa  in meinem Besitz sind. 

Nachtrag: Nach Aussage vom Armeemusum Dresden wurde die Tirpitz in der Wendezeit an unbekannt verkauft. Damit ist ihr verbleib nicht mehr zu klären Schade. 

Naviga Europameisterschaft Franz Sachs 

Schiffsmodell

KS-Boot im Maßstab 1:25 

Anfang der sechziger Jahre ging Vater mit einem KS-Boot der Volksmarine an den Start. Eigentlich sollte das Modell ein Torpedoboot der Kriegsmarine werden, aber nach dem Ärger den er mit der Tirpitz hatte und Probleme beim Bau des Rumpfes, es hatte einen Knick im Bugbereich, schnitt er den Bug ab strackte den Rumpf neu aus und kam so auf ein Modell eines KS-Bootes der jungen Volksmarine. Da er die Pläne selbst nach Originalunterlagen erarbeitet und gezeichnet hatte, war der Aufwand erträglich. Als Lohn für die Mühe, hatte er ein Modell mit dem er Vizeeuropameister 1960 in Wien wurde und mehrere  Wettkämpfe in der DDR für sich entscheiden konnte.Das Modell war im Maßstab 1:25 gebaut. Die Baupläne des TS-Bootes sowie des KS-Bootes befinden sich noch heute in meinem Besitz.

Schiffsmodellbau Vater mit der KrakeSchiffsmodell

M-L-R Typ Krake im Maßstab 1:25 

Das Modell des M-L-R Typ Krake war das Lieblingsmodell von Vater. Es war ab 1963 im Einsatz. Den Plan hat Vater nach Unterlagen und Fotos selbst entworfen, wie er an die Unterlagen und Fotos gekommen ist weis ich nicht aber eine Pauschfähige Kopie wurde vom  Zentralverband der GST, Abteilung  Modellsport nach wissenschaftlicher Überprüfung aufgekauft und veröffentlicht. Andere Pläne sind mir nicht bekannt. Der Plan 1:50 spiegelt das Modell  original wieder im Maßstab 1:25 mussten auf Grund der Größenbestimmungen der GST  zwei Spanten entfernt werden so das das Modell mit 2350mm Länge gut dreißig Zentimeter kürzer war als im Original. Um keinen Ärger zu kriegen veränderte Vater an seinem Modell die Davis und die Bewaffnung, darum ist sein Modell immer sehr gut zu erkennen. 1972 verkaufte Vater die Krake an das Armeemuseum Dresden, auf meine Anfrage wurde mir Mitgeteilt das das Modell 1990 an Peter Tamm nach Hamburg verkauft wurden ist. Bei meinem Besuch im Hamburger Maritime Museum stellte sich schnell heraus das es leider nicht Vaters Modell ist die baulichen Änderungen waren zu groß. Für Informationen über den Verbleib des Modells um Fotos zu schießen und es mal zu sehen würde ich mich freuen.   

GST Wettkampf Franz Sachs Schiffsmodellbau

  

 Schiffsmodell

 Russisches

Schlachtschiff/Schlachtkreuzer

 im Maßstab 1:150

Das Schlachtschiff/ Schlachtkreuzer Moskwa war das letzte Wettkampfmodell meines Vaters. Er hatte es bis zum Ende seiner Laufbahn 1976 im Einsatz. Vater baute das Modell nach einem original Plan der sowjetischen DOSAAF dem russischem Gegenstück der deutschen GST und der polnischen LOK. Der Plan beruht auf einer Studie zum Schlachtkreuzer der Stalingrad-Klasse Projekt 82. Stalin träumte vor dem zweiten Weltkrieg von einer sowjetischen Flotte die von der Größe und Leistungsfähigkeit an die Yamato und Bismarck heranreicht. 1938 befahl er das größte Flottenbauprogramm der sowjetischen Geschichte. Es worden mehrere Studien angefertigt und Lizenzen Z.B. der Amerikanischen Alaska-Klasse eingekauft. Durch Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurden die ersten Projekte eingestellt aber nach 1948 drängte Stalin zur Wiederaufnahme des Programms. Die sowjetische Admiralität war von dem bestreben nicht begeistert. Sie hatte lehren aus den großen Pazifikschlachten zwischen Japanern und Amerikanern gezogen und die Zeit der großen Schlachtschiffe mit konventioneller Bewaffnung war abgelaufen. Nichts des so trotz wurde 1951 die Stalingrad Baunummer 400 auf Helling gelegt, 1952 folgte die Moskwa Baunummer 406, das dritte Schiff die Molotovsk Baunummer 401, sollte 1953 folgen. Durch Stalins Tod 1953 wurde das ganze Projekt eingestampft. Der fast fertige Rumpf der Stalingrad wurde zum Zielschiff für Artillerie versuche. Das was von der Moskwa schon errichtet war wurde zerlegt und verschrottet.      

Schiffsmodellbau-Haldensleben Franz Sachs

Schiffsmodell

 Schwerer Kreuzer Maßstab 1:100

 

Der Schwere Kreuzer Blücher war eine Auftragsarbeit für das Dresdener Armeemuseum. Er wurde als Standmodell im Maßstab 1:100 originalgetreu mit Hoheitsabzeien und Reichskriegsflagge gebaut. Das allein war ja in der DDR ein Sakrileg. Darum gab es einen umfangreichen Schriftverkehr mit Dresden, leider sind die Dokumente nicht mehr auffindbar, genau wie das Modell. Mein Bruder wollte sich vor ein ein paar Jahren in Dresden das Modell anschauen und bekam die Auskunft  es ist zur Zeit nicht auffindbar. Vieleicht hat sich ja in der Wendezeit ein Liebhaber gefunden.

Nachtrag: Nach langem Suche habe ich den Vertrag und den gesamten Schriftverkehr  zwischen Vater und dem Armeemuseum gefunden. Ich werde die Papiere scannen digital bearbeiten und in der Bildergalerie hochladen. Mit dem Armeemuseum Dresden bin ich in Kontakt getreten um von den Modellen ein paar neuere Fotos machen zu können und sie mal mit eigenen Augen zu sehen. Bei dem Armeemuseum Dresden muß ich mich bedanken, da es mich in meiner Arbeit unterstützt und den Verbleib der Modelle im Haus recherchiert. Leider kann mir das Museum über den Blücher keine Angaben machen weil weder die Papiere noch das Modell auffindbar sind.